Vorbildliche Sanierung 2013
Anschrift: Gümse 62, 29451 Dannenberg
Eigentümer: Martin & Anne Ruth Oldenburg
Die Jury:
Kerstin Duncker, Knut Hose, Ralf Pohlmann, Jürgen Weinhold
Bewertung am 27. Juni 2013

Die gesamte Hofanlage beeindruckt den Betrachter durch ihre ruhige
Geschlossenheit. Auf den ersten Blick scheint die landwirtschaftliche
Nutzung erst kürzlich eingestellt worden zu sein. Erst beim genaueren
Hinsehen zeigen behutsame Veränderungen am Haus und an den Nebengebäuden
sowie das durch die Hofpflasterung wachsende Grün und das geschlossene
Hoftor, dass es sich um eine den heutigen Anforderungen genügende Wohnstatt
für eine Familie handelt.
Das Querdielenhaus aus dem Jahre 1891 hat durchaus leichte Veränderungen
(Verschiebung der Eingangstür, Verglasung der Grot Dör) erfahren. Auch in
früheren Zeiten wurden Häuser an wechselnde Nutzungen und Bedürfnisse
angepasst. Entscheidend ist, dass möglichst viel Originalsubstanz erhalten
bleibt und der Charakter des Hauses gewahrt wird. Das ist hier in
vorbildlicher Weise gelungen. Symptomatisch für den sensiblen Umgang der
Bewohner mit der Substanz ist beispielsweise die nach intensiver Diskussion
getroffene Entscheidung, den Schriftbalken über der Grot Dör wegen der
teilweise verwitterten Schrift und Farbgebung der Schmuckelemente nicht mit
einer neuen Farbschicht zu übermalen, sondern sie unter dem Schutz des
Dachüberstandes für weitere Generationen im Originalzustand zu erhalten.
Das Innere des Hauses nutzt die vorgefundene konstruktive und räumliche
Situation geschickt aus, sodass ein hoher Wohnwert entsteht. Behutsame
Veränderungen und Ergänzungen (Verschieben der Treppe) werden i.d.R. nur bei
ausdrücklichem Hinweis wahrgenommen. Auch die moderne Möblierung steht in
wohltuendem Kontrast zum Alter des Hauses und bildet gleichzeitig eine
harmonische Gesamtheit. Materialien wurden wo möglich erhalten bzw. ergänzt
(Fußboden), neue orientieren sich am Vorgefundenen.
Ein Flügel der Nebengebäude dient als Garage, die jedoch “rückseitig”
erschlossen wird, um die Einheitlichkeit der Hofanlage nicht zu stören.
Seitlich und hinter dem Haupthaus wird der Garten wieder zum Gemüseanbau,
als Streuobstwiese oder einfach als die Phantasie anregender
Kinderspielbereich genutzt.


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